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uni'leben 01-2012

01 2012 unı leben Die Zeitung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg www.leben.uni-freiburg.de 14 „Ein Ding ist dann wichtig, wenn ir- gendjemand denkt, dass es wichtig ist“, hat der Philosoph und Psycholo- ge William James festgestellt. Da ist was dran. Wer zehn Menschen fragt, was ihnen im Leben besonders viel bedeutet, erhält mindestens zehn ver- schiedene Antworten. Für Fußballer Cristiano Ronaldo ist es die Frisur, für Dagobert Duck der Geldspeicher, für Magier Siegfried der Partner Roy und für iranische Mullahs die Atombombe. Es ist also unklar, was die Körber- Stiftung mit ihrer Ausschreibung des Deutschen Studienpreises im Sinn hat. Den verleiht sie nämlich für „Dis- sertationen mit Relevanz“. Böse Zungen mögen nun behaup- ten, dass die Stiftung damit einfach nur Bewerbungen aus den Geistes- wissenschaften abblocken wolle. Oder dass nur eine Doktorarbeit gewinnen könne, die endlich die Annahme wi- derlege, dass Rauchen der Gesund- heit schade. Schließlich ist die Kör- ber-Stiftung alleinige Gesellschafterin der Körber-Gruppe – und diese ist der weltweit wichtigste Konstrukteur von Maschinen für die Zigarettenproduk- tion. Aber das wäre zu kurz gegriffen. Denn es gibt durchaus ein paar Din- ge, die für alle Menschen wichtig sind. Der Psychologe Abraham Maslow hat in diesem Zusammenhang besonders auf die Befriedigung körperlicher Be- dürfnisse verwiesen. Salopp gesagt: Es geht um Essen, Gesundheit, Sex. Gut möglich, dass die Körber-Stif- tung deshalb ihren Preis an eine Dis- sertation aus der Geografie vergibt – für eine Studie über die räumliche Verteilung von Restaurants, Arztpra- xen und Swingerklubs in deutschen Großstädten. Außenseiterchancen hätte eine medienkulturwissen- schaftliche Analyse des Konsums vitaminreicher Lebensmittel in por- nografischen Internetvideos. Favorit wäre aber die Pharmazie: mit einer Potenzpille, die satt macht und das Immunsystem stärkt. „Die Körber- Stiftung will insbesondere junge Wis- senschaftlerinnen und Wissenschaft- ler ermutigen, den gesellschaftlichen Wert ihrer Forschung selbstbewusst zu vertreten und in die öffentliche De- batte einzubringen“, heißt es in einem Flyer. Aber mal ehrlich: Wer so wich- tige Themen beackert, hat diese Auf- munterung doch gar nicht nötig. Wie relevant ist eigentlich der Deutsche Studienpreis? Darüber sollte sich die Körber-Stiftung dringend Gedanken machen. Abgezeichnet! versum Alumni antworten: Justizminister Rainer Stickelberger von ELISABETH BECKER Wann haben Sie an der Universität Freiburg studiert? Warum in Freiburg? Ich habe von 1970 bis 1975 an der Albert-Ludwigs-Universität studiert. Für Freiburg habe ich mich ent- schieden, weil die juristische Fakultät einen guten Ruf hat. Welche Fächer haben Sie studiert? Jura. Was war Ihr Lieblingsort in Freiburg? Der Münsterplatz, weil dort vor allem im Sommer das Leben pulsiert und jeder Freiburger einmal am Tag vorbeikommt. Welche(r) Professor(in) ist Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben? Warum? Prof. Dr. Konrad Hesse vom Institut für Staatswissenschaft und Rechtsphilosophie, der später Richter am Bundesverfassungs- gericht war. Seine Vorlesungen waren besonders hörenswert. Was sollten die Badener Ihrer Meinung nach noch lernen? Die Badener können lernen, was im- mer sie wollen – außer Schwäbisch. Das können die Schwaben besser. Bitte vervollständigen Sie fol- genden Satz: „Typisch Student“ war zu meiner Uni-Zeit … … lange Haare zu haben und zu demonstrieren. Manch einer aus dieser Zeit ist heute – zumindest an der Haartracht – nicht wiederzuer- kennen. Rainer Stickelberger wurde am 6. April 1951 in Lörrach geboren. Nach seinem Jurastudium an der Universität Freiburg war er als Rich- ter an den Verwaltungsgerichten Freiburg und Karlsruhe tätig. Von 1984 bis 1992 war er Bürgermeister (1. Beigeordneter) der Stadt Weil am Rhein. Ab 1992 arbeitete er als Rechtsanwalt mit den Schwerpunk- ten Kommunalwesen, Bau- und Planungsrecht und war Sozius einer Anwaltskanzlei in Lörrach. Seit Juni 2001 ist er für die SPD Mitglied des Landtags Baden-Württemberg, seit Mai 2011 ist er Justizminister des Landes. Rainer Stickelberger ist ver- heiratet und hat eine Tochter. Abgefragt! Foto:justizministeriumBW Abgelästert! Essen, Gesundheit, Sex: So relevant kann Forschung sein von Nicolas Scherger Hungerkünstler: Aus den Freiburger Mensen kommt keiner mit knurrendem Magen raus. Sollten Essen I, das Tages- gericht oder der schnelle Teller nicht reichen, gibt es Nachschlag, und zwar kostenlos. Nudeln mit Soße, Kartoffeln mit Soße, Reis mit Soße – eine satte Kelle voll. An der Wand der Mensa im Institutsviertel haben ein paar hungrige Künstler Dauer-Interesse am Nachschlag angemeldet. Abgelichtet! Foto: Kunz Wofür steht die Abkürzung „UCF“? a) United Club Freiburg b) University College Freiburg c) United Church Freiburg d) University Clinic Freiburg Gewinnen Sie 2 Eintrittskarten für einen Tag „Auszeit“ in der Palmenoa- se mit den „Quellen der Gesundheit“ inklusive dem „Galaxy Schwarzwald“ im Badeparadies Schwarzwald, einen Gutschein für das Art Café über 50 Euro und einen Wochenend- aufenthalt für 2 Personen im Uni- Haus Schauinsland. Schicken Sie Ihre Antwort an unileben@pr.uni-freiburg.de Einsendeschluss ist der 02.04.2012. Abgesahnt! Sag mir, wie du heißt, und ich sag dir, wer du bist: Meistens ist dieser Spruch Unsinn. Aber bei manchen Menschen scheinen Name und Beruf tatsächlich aufeinander abgestimmt zu sein. In einer Serie erzählen Ange- hörige der Universität Anekdoten, die sie ihrem Namen verdanken. Dr. Heinz Krieg, Historisches Seminar „Bisher habe ich meinen Nachna- men eher mit gewissen, mitunter in meiner – weiteren – Verwandtschaft geübten Verhaltensweisen zu er- klären versucht. Bei der Musterung wollte man mir beim abschließenden Gespräch klarmachen, dass weder das angestrebte Geschichtsstudium noch mein Name zu meiner Wehr- dienstverweigerung passen würden. Dennoch blieb ich beratungsresistent. Am Anfang des Studiums, während der Wohnungssuche, schoss mir ein- mal, als ich mich am Telefon bei einer Vermieterin mit „Hier Krieg“ meldete, ein „Das ist ja furchtbar!“ entgegen. Die Wohnung habe ich nicht bekom- men. Da ich leider völlig humorlos bin, stelle ich mich stets als „Krieg, wie Frieden“ vor. Das genügt in aller Regel, um weitere Witzeleien zu un- terbinden.“ Abgefahren! Foto: Kiselev/Fotolia