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uni'leben 01-2012

01 2012 unı leben Die Zeitung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg www.leben.uni-freiburg.de 8 campus Die Albert-Ludwigs-Universität hat den deutschen Diversity-Preis erhalten. Damit zählt sie zu den drei öffentlichen Institutionen, die mit dem Prädikat „Ex- zellent“ ausgezeichnet wurden. Die Jury lobte das beispielhafte Diversity- konzept und die zahlreichen Maßnah- men, um Frauen, ältere Beschäftigte und unterschiedliche Religionsgruppen zu fördern. Auch sexuelle Orientierung, Herkunft oder Behinderung sind Teil des Konzepts. Mit der Stabsstelle Gen- der and Diversity ist eine wesentliche Stütze des Diversity Managements an der Universität Freiburg geschaffen worden. Der für Gleichstellung und Vielfalt zuständige Vizerektor Prof. Dr. Heiner Schanz betonte, dass ein klares Diversity Management unabdingbar sei, da die universitäre Realität in jeder Hinsicht „bunt und vielfältig“ sei. Allein 42 Prozent der Masterstudierekommen aus dem Ausland. Der Umgang mit Vielfalt werde daher immer mehr zum Wettbewerbsfaktor, um die besten Köpfe und Talente zu gewinnen – un- abhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft. Bunt, vielfältig, ausgezeichnet Leben mit Ladyboys In Thailand erforschte die Ethnologiestudentin Barbara Sieferle das geschlechtliche Selbstbild von Männern, die sich als Frau fühlen Für ihr Lehrkonzept „Das menschli- che Gehirn – ein Mal- und Bastelkurs“ hat Dr. Janina Kirsch, Koordinatorin am Bernstein Center und Dozentin der Fakultät für Biologie der Universi- tät Freiburg, den mit 50.000 Euro do- tierten Baden-Württembergischen Landeslehrpreis 2011 erhalten. In dem Kurs erlernen Studierende des Bachelorstudiengangs Biologie die Neuroanatomie des menschlichen Gehirns auf spielerische Art und Wei- se, um dessen Aufbau und Funktions- weise leichter zu verstehen. Dazu fertigen sie aus Knetmasse Modelle der einzelnen Gehirnareale an. Klei- ne Experimente und interaktive Übun- gen veranschaulichen die Funktionen der Areale. Im Laufe des Kurses wird das komplette Gehirn dreidimensional nachgebaut. So lernen Studierende über mehrere Sinneskanäle, erleben das Erlernen der Inhalte positiv und lösen die Komplexität des Stoffes selbstständig auf. Der Kurs wurde zuvor bereits mit dem Universitäts- lehrpreis der Albert-Ludwigs-Univer- sität prämiert. Knete für Knete Wenn ein Artikel von uni'leben Sie besonders beschäftigt hat, wenn Sie sich gefreut oder geärgert haben: Das Redaktionsteam freut sich über Ihre Meinung, Kritik und Anregungen. Die Redaktion behält sich vor, Ihre Zuschrift gegebenenfalls in gekürzter Form als Leserbrief zu veröffentlichen. unileben@pr.uni-freiburg.de Schreiben Sieʼs uns. Ihre Meinung ist gefragt! von Thomas Goebel Barbara Sieferle hat zwei Monate in einem Zimmer eines Bangkoker Wohnkomplexes gelebt. Sie hat sich viel in den Gemeinschaftsräumen des Hauses aufgehalten, hat mit anderen Bewohnerinnen und Bewohnern zu- sammengesessen und geredet, hat mit ihnen ferngesehen, ist mit ihnen einkaufen und essen gegangen. Die Masterarbeit der 29-jährigen Ethnolo- giestudentin an der Universität Frei- burg befasst sich mit dem Verhältnis von Körper und Geschlecht – am Bei- spiel einer in Thailand recht präsenten Gruppe von Menschen, die biologisch als Männer geboren wurden, aber als Frauen leben. In der Forschung und in der Öffentlichkeit werden sie oft als „Drittes Geschlecht“ oder als „Ladyboys“ bezeichnet. „Teilnehmende Beobachtung“ nennt die Sozialwissenschaft die Methode, zu Forschungszwecken in Alltagssi- tuationen einzutauchen. „Vor Ort zu sein ist immer etwas anderes, als ein Thema nur aus der Lektüre zu kennen“, sagt Barbara Sieferle. Was sie erfahren und wen sie kennenler- nen würde, wusste sie nicht, als sie in Bangkok ankam. Sie hatte Glück: In ihrem Wohnheim begegnete sie drei thailändischen Ladyboys – einer Studentin, einer Friseurin und einer Arbeitssuchenden, deren Alltag sie mit der Zeit kennenlernte und die ihr von ihrem Leben als Frauen erzähl- ten. „Es hat recht lange gedauert, bis wir ausführlicher über Geschlechtli- ches gesprochen haben“, sagt Siefer- le. Gleich zu Beginn habe sie erzählt, warum sie in Bangkok sei und was sie erforschen wolle. „Dann hat sich vieles spontan entwickelt.“ Das Thema sei in der Gruppe präsent gewesen: „Zum Beispiel, wenn wir zusammen Kleidung eingekauft und darüber geredet haben, welcher Rock wie weiblich wirkt.“ In- terviews hat sie nicht geführt – aber täglich ausführlich notiert, mit wem sie worüber gesprochen und was sie beobachtet hat, von einzelnen Sätzen ihrer Gesprächspartnerinnen bis zu Verhalten und Kleidung. Und auch ihre eigene Rolle ist in ihren Aufschrieben immer wieder Thema: „In der Ethno- logie reflektiert man stark, wie man als Forscher eine Situation selbst be- einflusst.“ Wie das Thema Körper mit Kultur und Gesellschaft zusammenhänge, interessiere sie schon länger, sagt die Studentin. In ihrer Abschlussar- beit will sie analysieren, auf welche Weise bei ihren drei Protagonistinnen der Körper dazu beiträgt, Weiblichkeit herzustellen und aufrechtzuerhalten. Am Anfang konzentrierte sich Siefer- le vor allem auf körperliche Praktiken wie sich zu schminken, die Art, sich zu kleiden, oder den Gang. Doch dann fiel ihr auf, dass in ihren Mitschrieben immer wieder das Zitat „Ich fühle mich als Frau“ auftaucht – weshalb sie sich nun stärker auf den Aspekt des leibli- chen Spürens konzentrieren will. Gutherzig, zurückhaltend, kein Macho Als ein Ergebnis ihrer Auswertun- gen, an denen sie zurzeit arbeitet, hat sie sich entschieden, auf den Begriff des „Dritten Geschlechts“ zu verzich- ten: Ihre drei Protagonistinnen hätten zwar keine medizinische Geschlechts- umwandlung vollzogen – auch wenn sie weibliche Hormone nähmen –, sie empfänden sich selbst aber eindeutig als Frauen und nicht als ein eigenes Geschlecht dazwischen. „Auf meine Nachfrage, was denn Weiblichkeit hei- ße, kam oft eine Aufzählung von Cha- raktereigenschaften wie ‚gutherzig‘, ‚zurückhaltend‘, ‚kein Macho‘“, sagt Sieferle. Geholfen hat ihr, dass sie et- was Thai spricht – und eine ihrer Ge- sprächspartnerinnen in Bangkok gut Englisch. Für ihren Bachelor hat sie übrigens auch schon Feldforschung vor Ort betrieben – damals im Norden des Landes: Sie untersuchte, wann sich amerikanische und europäische Rucksackreisende in Thailand eher als eigene Gruppe und wann als Ein- zelgänger sehen. Verband der Freunde Barbara Sieferle ist bei ihrer For- schungsreise vom Verband der Freunde der Universität Freiburg un- terstützt worden. Er ist ein gemein- nütziger Verein, der 1925 gegründet wurde, um bedürftigen Studierenden zu helfen. Mit seinen etwa 800 Mit- gliedern und den von ihm verwalteten Stiftungen unterstützt der Verband heute vor allem Studierende, zum Beispiel mit finanziellen Hilfen bei Ex- kursionen und Forschungsvorhaben, Examensstipendien und Preisen für hervorragende Leistungen. Barbara Sieferle hat untersucht, wie thailändische „Ladyboys“ ihre Weiblichkeit herstellen. FOTO: GoEBEL Interessiert an einem Gespräch über Ihre Karriereperspektiven bei Novartis? Novartis Pharma Schweiz AG nimmt im Heimmarkt Schweiz eine führende Stellung ein und wird wegen ihrer innovativen Produkte als kompetenter Partner im Gesundheitswesen geschätzt. In der Schweiz arbeiten mehr als 12‘000 Personen für Novartis in verschiedensten Funktionen (u.a. im Verkauf, Marketing, Forschung und Entwicklung). Einstieg in die Pharma-Industrie Specialty Representative / Klinikberater Onkologie m/w Wir verfügen über einzigartige Produkte und eine vielversprechende Pipeline. Als Specialty Representative/Klinikberater Onkologie gehören zu Ihren Aufgaben der Aufbau und die regelmässige Pflege von Kundenbeziehungen, die Verkaufsanalyse der von Ihnen betreuten Region und die Planung sowie Umsetzung von Aktivitäten und Projekten. Sie arbeiten in einem crossfunktionalen Team (Marketing, medizinische Abteilung) und tragen dazu bei, unsere Ressourcen in der Region optimal einzusetzen. Ihr Ziel: dafür sorgen, dass alle Patienten, die von unseren innovativen Produkten profitieren könnten, auch tatsächlich mit diesen behandelt werden. Daran wird Ihr Erfolg gemessen. Sie haben Ihre medizinische oder wissenschaftliche Basisausbildung mit einer Doktorarbeit ergänzt. Sie denken und handeln unternehmerisch, sind gerne mobil und unterwegs. Sie sind initiativ, arbeiten selbständig und haben eine hohe Eigenmotivation. Teamfähigkeit und Offenheit für Neues runden Ihre Persönlichkeit ab. Wir honorieren gute Leistung und unterstützen unsere Mitarbeitenden entsprechend in Ihrer individuellen Laufbahnplanung und Entwicklung. Für Ihre Bewerbung und weitere Details zu dieser Stelle, besuchen Sie www.novartis.com/careers unter Job ID 91976BR.