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uni'leben 01-2012

01 2012 unı leben Die Zeitung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg www.leben.uni-freiburg.de 9kompass von Benjamin Klaußner „Du lieber Herr Gesangverein, tut das weh.“ Es ist kurz nach 12 Uhr, Mit- tagspause. Sechs Frauen im Sitzungs- raum des Erziehungswissenschaftli- chen Instituts der Universität Freiburg plagen sich: Drei stehen hintereinan- der, ihre linken Arme kleben im rechten Winkel nach hinten gestreckt an der Wand, das dehnt die Schultern. Die anderen drei stemmen sich gegen die Fensterfront des Zimmers, als ob sie sie wegdrücken wollten. Die Luft ist trocken, die Frauen machen sich über ihre Schmerzen lustig: „Du hast wohl verkürzte Waden“, sagt eine. „Wie ein Fußballer“, sagt eine andere. Sie grin- sen. Ganz außen dehnt sich Martina Griesbaum, die Sekretärin des Insti- tuts. Graue Haare und Brille, sie ist eine der Ältesten hier, aber trotzdem nicht außer Atem. Die Trainerin kommt ins Büro Normalerweise sitzen Griesbaum und die anderen den ganzen Tag am Computer. Das verspanne, erzählt sie, manche Kolleginnen bekämen davon Kopf- oder Rückenschmerzen. Um das zu vermeiden, nehmen sie am Pilot- projekt PausenExpress der Univer- sität teil: Einmal die Woche machen sie gemeinsam mit einer Trainerin 20 Minuten lang Übungen, die lockern und kräftigen sollen. Ihre Vorturnerin und Animateurin Sa- brina Möller steht ihnen kerzengerade gegenüber. Die 23-Jährige trägt ein graues T-Shirt und schwarze Jogging- hosen, die blonden Haare hat sie zum Pferdeschwanz gezurrt, die Glitze- rohrstecker können ruhig drinbleiben, meint sie. Möller studiert Sport und spielt seit fünf Jahren in der Ersten Bundesliga Basketball für die Eisvö- gel Freiburg. Über das Leben nach der Sportlerkarriere denkt sie schon jetzt nach: „Mit Basketball kann ich – auch in der Ersten Liga – mein Leben nicht finanzieren, das ist leider so.“ Sie will Sporttherapeutin werden und dafür schon mal üben. Aufwärmen, Mobilisieren, Kräftigen und Dehnen sind die Eckpunkte ihres 20-Minuten-Programms. Die Übungen sind einfach und sollen Spaß machen: „Das ist jetzt nicht der Mega-Mus- kelaufbau, sondern rein präventiv. Ich will, dass sich die Teilnehmerinnen danach entspannter und aufgerich- teter fühlen.“ In den ersten Minuten führt sie vor, wie man den Rücken lockert, ihn Wirbel für Wirbel abrollt, „als würden Sie auf der Wirbelsäule eine Leiter hochgehen“. Die Gruppe müsse klein sein, erklärt sie, während sie bei einer Frau die Haltung korri- giert, höchstens acht Leute, damit sie für alle Zeit habe. „Ich habe früher mittags Gymnastik gemacht“, erzählt Martina Griesbaum und schüttelt ihre Arme aus, „aber da musste ich immer hingehen.“ Sie freue sich über das Angebot, beson- ders über die gesparte Zeit. Neben ihr steht die wissenschaftliche Mitarbeite- rin Katharina Hellmann in dunkelgrü- nem Shirt und brauner Strickjacke, für den Pausensport braucht man keine Funktionskleidung. Es gebe Hunderte Internetseiten wie etwa „Fit in zehn Minuten“, sagt Hellmann. „Aber ich würde ja im Leben nicht auf die Idee kommen, so was allein vor dem PC zu machen.“ Nach dem Aufwärmen folgen Übun- gen für den Muskelaufbau. Dafür hat Sabrina Möller Redondo-Bälle mitge- bracht: marmorgraue Kautschukbäl- le, die sich wie matschige Kürbisse anfühlen. Mit beiden Händen sollen die Frauen den Ball vor der Brust zusammenpressen. „Da dürfen Sie Ihre ganze Energie reinstecken“, sagt Möller und grinst breit. Die Ettenhei- merin unterstreicht die Anweisungen mit ausholenden Gesten ihrer langen Arme, fast wirkt sie wie eine Dirigentin, die ihren Musikerinnen gegenüber- steht. Konzentriert drücken die Frauen gegen den Ball, fünf Sekunden lang, wer’s schafft. Aber weniger sei auch okay, beruhigt die Trainerin: „Wenn Ihre Arme anfangen zu zittern, macht das gar nichts, meine zittern auch.“ Kämpfen mit dem Kautschukball Dann klemmt sie den Kautschuk- ball zwischen die Beine und zeigt eine Übung für die Oberschenkelmusku- latur. Während die Frauen kämpfen, motiviert sie: „Drücken, richtig fest drücken.“ Im Trainingseifer bricht manchmal ihr badischer Dialekt durch, aus „fest“ wird „fescht“. Nach dem Muskelaufbau folgt das Dehnen. Möl- ler schickt drei Frauen an die Wand, drei ans Fenster, aber das sei ja im- mer noch besser als in die Ecke, sagt sie grinsend. Die Frauen lachen. „Zum Schluss entspannen, tief ein- und ausatmen“, ordnet Möller an. Jetzt ist es so still, dass man die Autos draußen über die verregnete Straße pflügen hört. „Wunderbar, für heute haben wir’s geschafft!“ Die Frauen applaudieren und quatschen noch ein bisschen beim Rausgehen. „Es ist toll, dass wir das hier zusammen machen können“, sagt die Sekretärin Heike Kienzler auf dem Weg zur Tür. „Alle Mädels haben sofort gesagt, dass sie dabei sind.“ Männliche Teilnehmer gebe es bei ihnen keine: „Die trauen sich noch nicht.“ PausenExpress Der Arbeitskreis Betriebliches Ge- sundheitsmanagement hat das Pilot- projekt PausenExpress im November 2011 an der Universität Freiburg ein- geführt. Der Arbeitskreis unter der Leitung von Betriebsarzt Dr. Jürgen Pietsch will Krankheiten vorbeugen und die Gesundheit der Beschäftigten fördern. Der PausenExpress dauert 20 Minuten, ist kostenlos und erfor- dert keine Sportkleidung. Die Traine- rinnen und Trainer kommen direkt ins Büro. Teilnehmen können alle Ange- stellten in Kleingruppen. ,,Da dürfen Sie Ihre ganze Energie reinstecken‘‘ Die Universität bietet mit dem PausenExpress ihren Mitarbeitern ein 20-minütiges Sport- und Entspannungsprogramm während der Arbeitszeit an Beim abschließenden Dehnen machen sich die Frauen über ihre „verkürzten Fußballerwaden“ lustig. Das Uni-Haus Schauinsland liegt auf circa 1.100 Meter Höhe und ist damit das höchstgelegene Gebäude der Uni- versität Freiburg.1935 wurde es eigens für Freiburger Lehrende, Forschende und Studierende gebaut. Bis heute er- freut sich das idyllische Schwarzwald- haus am südlichen Rand des Schau- inslands ungebrochener Beliebtheit. Trotz der traditionellen Atmosphäre und der abgeschiedenen Lage inmitten der Natur müssen die Gäste nicht auf die Annehmlichkeiten moderner Tech- nologie verzichten: Sowohl Beamer als auch drahtlose Internetzugänge sind vorhanden. Mit drei Seminarräumen, mehreren Schlafsälen und Einzel- so- wie Gruppenzimmern ist das Uni-Haus Schauinsland ein perfekter Ort zum Lernen, Feiern und um Sport zu trei- ben. Anmelden können sich Angehöri- ge der Universität und Freiburger Hochschulen sowie Schulklassen, Gruppen und geschlossene Gesell- schaften. Buchungen für die begehrten Plätze sind noch möglich. Buchungen für das Uni-Haus Schauinsland für dieses Jahr noch möglich Euro 0, Bezügekonto für den öffentlichen Sektor Seit ihrer Gründung als Selbsthilfeeinrichtung für Beamte im Jahre 1921 betreut die BBBank erfolgreich Beamtinnen, Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst und ist mit einem besonderen Produkt- und Dienstleistungsangebot bis heute bevorzugter Partner der Beschäftigten des öffentlichen Sektors. 0,– Euro Bezügekonto • Kostenfreie Kontoführung (ohne Mindesteingang) und BankCard und viele weitere attraktive Extras! 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