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uni'lernen 2013

23 www.zlb.uni-freiburg.de 23 www.zlb.uni-freiburg.de geschützten, notenfreien Raum bietet – und dazu die Möglichkeit, sich mit erfahrenen Lehrkräften auszutauschen“, erklärt Angelika Vogelbacher, Leiterin des Zentrums für Lehrerbildung der Albert-Ludwigs-Universität. In knapp 30 Jahren als Gymnasiallehrerin betreute sie unzählige Anfängerinnen und Anfänger im Praktikum und Referendariat. „Viele erleben am Anfang eine Art Praxis- schock und merken schnell, dass sie nicht einfach Modell A aus dem Lehrbuch auf eine reale Situation übertragen können.“ Zwar stärke die neue, 2010 in Kraft getretene Gymnasiallehrerprüfungsordnung den Be- rufsbezug deutlich. Doch bisher habe ein Angebot gefehlt, das die Studierenden wäh- rend ihres 13-wöchigen Praxissemesters begleitet. Kräfte bündeln Für die GPR bündelten das Zentrum für Lehrerbildung, das Zentrum für Schlüssel- qualifikationen, das Institut für Erziehungs- wissenschaft der Universität Freiburg und die Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung ihre Kräfte. In vier Sitzungen erarbeiteten sich etwa 30 Freiburger Lehr- amtsstudierende in Kleingruppen Kompeten- zen, die sie sonst nicht vermittelt bekommen. „Es gibt Informationen, die hört man im Studium von allen Seiten achtmal“, sagt Ann-Katrin Sester. „Und dann gibt es Dinge, die einem keiner sagt, obwohl sie wichtig sind.“ Ein Flyer machte die angehende Latein- und Geschichtslehrerin auf die GPR aufmerksam: Die Gruppen würden von in der Lehrerbildung erfahrenen Personen geleitet, stand auf dem Zettel. Das über- zeugte sie, die zusätzliche Zeit zu investieren. Beziehungsgestaltung, Umgang mit Kon- flikten, Feedbackkultur sowie das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz: Die Kurse begannen mit kurzen Einblicken in die Theorie, etwa wissenschaftlichen Ansätzen zur Konfliktbewältigung oder Kommunikati- onsmodellen. Anschließend analysierten und diskutierten die Studierenden mit den Betreuerinnen und Betreuern Fallbeispiele und Erfahrungen aus dem Praxissemester: Darf ein Lehrer eine 14-jährige Schülerin umarmen, um sie zu trösten? Muss ein Schüler seinen Lehrer im Unterricht siezen, obwohl er ihn im Handballverein duzt? Die häufigste Frage der Studierenden, erinnert sich Sester, war: „Wie haben Sie das da- mals gemacht?“ Reden, Argumentieren, Erörtern – bei der GPR ist das Methode und Ziel zugleich: „Durch die Diskussion haben die Studierenden sich selbst und ihre Arbeit reflektiert“, betont Vogelbacher. Für Ann- Katrin Sester hat sich im Praxissemester bestätigt, dass sie Lehrerin werden will. Mit der GPR fand sie heraus, wie sie den Beruf ausüben möchte: „Entspannt bleiben, aber klare Regeln vorgeben.“ Rimma Gerenstein Aller Voraussicht nach wird die GPR im Herbst 2013 wieder stattfinden: uni'lernen2013 23

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