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uni'lernen 2013

25 www.lernen.uni-freiburg.de/page4.html 25 www.lernen.uni-freiburg.de/page4.html Fachstudium und entscheiden nach dem Bachelor, ob sie ein fachbezogenes Masterstudium anschließen oder mit dem Master of Education das Lehramt anstre- ben wollen. Muriel Frenznick: Das ist eine große Chance, aber ich sehe zwei Probleme. Eine Frage ist, ob Bachelorstudierende bei den berufsfeldorientierten Kompetenzen Bildungswissenschaften und Fachdidaktik wählen müssen, um den Master of Education anschließen zu können. Damit wäre die ange- strebte Offenheit für andere Masterstudien- gänge nicht mehr gegeben. Gleichzeitig fände ich es schade, wenn der Schwer- punkt der berufspraktischen Inhalte erst im Masterstudium liegen würde, in dem die Kooperation mit der Pädagogischen Hoch- schule einsetzt und das Praxissemester stattfindet. Eine weitere Schwierigkeit ist das Ungleichgewicht zwischen Haupt- und Nebenfach, vor allem in den naturwissen- schaftlichen Bachelorstudiengängen, denn das Lehramtsstudium besteht bisher aus zwei gleichwertigen Fächern. Es ist frag- lich, ob künftig noch alle Kombinationen möglich sein werden und welche Fachmaster folgen können. >>> Hans-Jochen Schiewer fordert, dass sich die fachwissenschaftliche Qualifikation der Lehramtsstudierenden weiterhin am bisherigen gymnasialen Lehramtsstudium orientieren soll. Allerdings sollen zusätzliche Inhalte hinzukommen, zum Beispiel in Fachdidaktik, Bildungswissenschaft und Sonderpädagogik. Muriel Frenznick sieht die Gefahr, dass das Studium dadurch überfrachtet werden könnte. FOTO: THOMAS KUNZ Reform vor der Reform Die Studienstrukturen für das gymnasiale Lehramt in Baden-Württemberg sind zum Wintersemester 2010/11 in allen Fächern an die der Bachelor- und Masterstudien- gänge angepasst worden. Die schriftlichen Abschlussklausuren wurden zugunsten des studienbegleitenden Systems abgeschafft, beim Staatsexamen als Studienabschluss ist es jedoch geblieben. Inhaltliches Ziel der Reform war vor allem, den Erwerb berufspraktischer Kompetenzen aufzuwer- ten. Dazu wurden unter anderem ein Orientierungstest, ein zweiwöchiges Orien- tierungspraktikum und das Modul „Personale Kompetenzen“ eingeführt, das Studierende in Körpersprache, Strategien zur Gesprächs- führung, Arbeits- und Zeitmanagement sowie in der Klassenführung und im Umgang mit Gruppenkonflikten schult. Außerdem besuchen die Studierenden im Schnitt dop- pelt so viele fachdidaktische Seminare wie im alten System. Unverändert geblieben sind die Regelstudienzeit von zehn Semestern, das 13-wöchige Schulpraxissemester, das allerdings nun als Modul nach einem Kriterien- katalog des Kultusministeriums erfolgreich absolviert werden muss, das bildungswissen- schaftliche Begleitstudium und das ethisch- philosophische Grundlagenstudium. uni'lernen2013 25

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