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uni'lernen 2013

35 www.pr.uni-freiburg.de/go/sammlehr 35 www.pr.uni-freiburg.de/go/sammlehr „Wir wollen die visuelle Wahrnehmung und Beobachtung intensivieren und die Fähig- keit stärken, Wahrnehmung präzise in Spra- che zu übersetzen“, sagt Dickmann. „Das sind Grundvoraussetzungen, die durch keine technische Revolution ersetzt werden können. Die Suche nach dem adäquaten, möglichst anschaulichen Ausdruck führt fast beiläufig zu eigenen Fragen und fördert damit einen selbstständigen Erkenntnisprozess.“ In Dick- manns Seminaren wählen die Teilnehmenden jeweils eine Skulptur, die sie untersuchen wollen. Die analytische Arbeit am Objekt gliedert Dickmann in vier Stufen: das erste, noch unreflektierte und ungeordnete Sam- meln von Wahrnehmungen in Stichwörtern, die Auflistung faktischer Merkmale wie Messdaten und Zustandsbeschreibung und die Zusammenführung dieser beiden ersten Schritte in einen wissenschaftlich recher- chierten Text, der den Gegenstand argumen- tierend beschreibt und einordnet. Der letzte Schritt ist die Verdichtung dieses Texts in eine Form, die für ein allgemein interessier- tes Publikum taugt. Außerdem sind die Studierenden aufgefordert, ihre jeweiligen Forschungsobjekte zu zeichnen beziehungs- weise zu fotografieren. Ausführliche Debatten Während des gesamten Prozesses stellen die Studierenden ihre Erkenntnisse in der Gruppe immer wieder auf den Prüfstand. Maria Beckersjürgen erinnert sich an ausführliche Debatten: „Das Suchen nach einem passenden Begriff ist manchmal wirk- lich schwierig.“ Diese tief greifende Beschreibungsarbeit war für die künftige Archäologin eine wesentliche Erfahrung. „Wer diesen Prozess einmal durchlaufen hat, wird einen nachhaltigen Lernerfolg mit- nehmen, der ihm in zahlreichen späteren Situationen dient“, unterstreicht Dickmann. Sein Lehrangebot richtet sich übrigens nicht nur an künftige Archäologinnen und Archäo- logen, sondern auch an Studierende anderer Fächer wie Geschichte, Germanistik oder Kunstgeschichte. Verena Adt Die Studentin und der „Schabende“: Maria Beckersjürgen hat über die antike griechische Statue eines Athleten eine wissenschaftliche Abhandlung geschrieben. FOTO: PATRICK SEEGER www.pr.uni-freiburg.de/go/sammlehr Beitrag in der Impulswerkstatt Lehrqualität: uni'lernen2013 35

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