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uni'lernen 2013

45 http://blog.lehrentwicklung.uni-freiburg.de/tag/e-klausuren den Service eines Dienstleistungsunter- nehmens inklusive der kompletten Logistik ein. Die Laptops wurden im Audimax aufge- stellt. Bis zu 300 Studierende können so gleichzeitig eine Klausur schreiben. Zugriff auf das Internet haben sie nicht. Auch USB- Sticks können nicht benutzt werden. Die Studierenden können nur die Klausur und eventuell dazugehörige Dateien aufrufen. Längst erlaubt die Technik mehr als stupide Multiple-Choice-Tests. „Es können zum Bei- spiel offene Fragen gestellt werden, die in einem Freitextfeld beantwortet werden“, erklärt Schneider. Dickes Plus für die Stu- dierenden: Punktabzug wegen unleserlicher Handschrift wird es in E-Klausuren nicht geben. Bilder oder Videosequenzen müs- sen nicht mehr mit dem Beamer an die Wand geworfen werden. Jeder Prüfling kann sich das Material dann anschauen, wenn er die Frage bearbeiten möchte. „Das Tolle ist, dass das jeder für sich auch mehrmals abspielen und anschauen kann“, sagt Anne Nawrath. Die Sportstudentin hat neulich ihre erste E-Klausur geschrieben. Thema: Geräte- turnen. „Ich war schon skeptisch, ob alles glatt läuft, 100 Leute an Rechnern im Audi- max – doch es hat gut geklappt.“ Genügend Rechner besorgen, Fragen und Antworten elektronisch auswerten – das hört sich kostspielig an. Dabei ist eine E-Prüfung nicht viel teurer als eine her- kömmliche Klausur. Etwa zehn Euro zahlt die jeweilige Fakultät für jeden Studieren- den, der an einer elektronischen Klausur teilnimmt. „Das liegt absolut im Durch- schnitt“, sagt Sven Slotosch, der die Prü- fungen koordiniert – von der Raum- und Rechnerbuchung bis hin zum Aufbau der Technik. Der finanzielle und logistische Auf- wand für eine Papierklausur werde oft unter- schätzt: Es müssten nicht nur Papier- und Druckkosten einkalkuliert werden, sondern auch die Arbeitszeit der Büroangestellten, die die Prüfungsmaterialien ausdrucken, und der Hilfskräfte, die die Klausuren vor- korrigieren. Für Schneider ist klar: „Wir haben etwas Neues ausprobiert und sind auf Gold gestoßen, wie uns die vielen Anfragen aus den Fakultäten zeigen.“ Claudia Füßler Für sein Projekt „Chancen und Heraus- forderungen von E-Prüfungen“ hat Gerhard Schneider 2012 den Instructional Develop- ment Award, den Lehrentwicklungspreis der Universität Freiburg, erhalten. FOTO: PATRICK SEEGER Für sein Projekt „Chancen und Heraus- BeitraginderImpulswerkstattLehrqualität: uni'lernen2013 45

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