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uni'leben 03-2012

03 2012 unı leben Die Zeitung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg www.leben.uni-freiburg.de 10 von Nicolas Scherger Als ich in Freiburg Medizin studiert habe, wurde über Epidemiologie noch kein Wort verloren“, sagt Prof. Dr. Karin Michels. Weil dieses Studium nicht das richtige für sie war, ging sie 1987 als Korrespondentin der „Ärzte Zeitung“ in die USA. Dort lernte sie jene Wissenschaft kennen, die sich mit den Ursachen und der Prävention von Krankheiten befasst und vor allem mit statistischen Methoden arbeitet. Auf ein Abendstudium folgten Promoti- onen in Epidemiologie und Biostatistik in Harvard und Cambridge/England – und schließlich eine Professur in Har- vard. Forschungsgelder in Millionenhö- he, Bevölkerungsstudien mit großer Da- tenbasis, Zusammenarbeit mit weltweit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus anderen Diszipli- nen: „Die Strukturen dort sind einmalig.“ Mitbegründerin eines neuen Forschungsfelds Und doch ist Karin Michels vor vier Jahren an die Universität Freiburg zu- rückgekehrt – als erste Inhaberin des neuen Lehrstuhls für Tumorepidemio- logie. „Es ist eine Herausforderung, et- was Neues aufzubauen und das, was ich in Harvard gelernt habe, hierher- zubringen.“ Die Epidemiologie sieht sie in Deutschland ebenso im Aufwind wie die Epigenetik. Diese erforscht, warum in menschlichen Zellen mit glei- cher Erbsubstanz manche Gene akti- viert sind und andere nicht. Michels hat die epigenetische Epidemiologie mitbegründet und in diesem Jahr das erste Lehrbuch in deutscher Sprache darüber veröffentlicht. Die Epigenetik ist für die Epidemiologie interessant, weil sich das An- und Ausschalten der Gene von Umweltfaktoren und Verhal- tensweisen beeinflussen lässt. „Wir er- forschen zum Beispiel, wie Gene, die Krebs in Schach halten, aktiviert blei- ben und nicht diejenigen angeschaltet werden, die Krebs auslösen.“ Dafür hat Michels an der Universität ein Labor bekommen – ein weiterer Baustein, der zusammen mit dem Universitätsklini- kum und dem Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik dafür sorgt, dass Freiburg auf diesem Ge- biet als international führender For- schungsstandort gilt. Die German Scholarship Organi- zation, die sich für die Rückkehr deutscher Wissenschaftler aus dem Ausland einsetzt, hat die Unterschie- de zwischen Harvard und Freiburg im Hinblick auf Ausstattung und Gehalt abgemildert. Ein weiteres Argument war die Familie: Karin Michels ist in Freiburg geboren, ihre Mutter lebt hier. Zudem hat die Universität der Epide- miologin ermöglicht, ein Standbein in Harvard zu behalten. Jedes Semes- ter hält Michels dort eine Vorlesung und fördert den fachlichen Austausch junger Wissenschaftler beider Hoch- schulen. Erkenntnisse über neue Volkskrankheiten der Zukunft Ihre Forschung jedoch findet über- wiegend in Freiburg statt. Im Mittel- punkt steht die Nationale Kohorte, eine bundesweite Langzeit-Bevölkerungs- studie, an der sich Wissenschaftler an 18 Standorten beteiligen. Von 2013 an untersuchen sie je 100.000 Frau- en und Männer im Alter von 20 bis 69 Jahren medizinisch, entnehmen ihnen Blut-, Speichel-, Urin- und Stuhlproben und befragen sie zu ihren Lebensge- wohnheiten und Erkrankungen. Im Ab- stand von je fünf Jahren wiederholen sie die Befragung und Untersuchung mit den gleichen Probandinnen und Probanden. Davon erhoffen sie sich neue Erkenntnisse im Hinblick auf die Frage, wie genetische und epigeneti- sche Faktoren, Umweltbedingungen, das soziale Umfeld und der Lebensstil zusammenwirken, wenn Menschen krank werden. „Vor allem über Krebs und Demenz, Volkskrankheiten der Zukunft in einer alternden Bevölkerung, wissen wir noch relativ wenig“, sagt Michels, die dem Leitungsgremium der Studie angehört. Am Universitäts- klinikum nimmt sie mit ihrem Team die Daten von 10.000 Probanden auf, bei der Auswertung leitet sie mit Prof. Dr. Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebs- forschungszentrum Heidelberg die Ar- beitsgruppe „Krebserkrankungen“. Bei der Volkskrankheit Diabetes und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die Epidemiologie schon weiter. „Darü- ber wissen wir so viel, dass Menschen 80 bis 90 Prozent dieser Erkrankun- gen verhindern könnten, wenn sie ihre Verhaltensweisen ändern würden“, sagt Michels. Sie selbst lebt, was sie predigt: Jeden Tag fährt sie mit dem Fahrrad zur Arbeit, raucht nicht, ist schlank und ernährt sich gesund. Und zumindest bei Lebensmitteln sei das Angebot in Deutschland viel besser als in den USA: „Das Schönste an der Rückkehr war das Vollkornbrot.“ Karin Michels ist die erste Inhaberin des neuen Lehrstuhls für Tumorepidemiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Wissen von Harvard nach Freiburg bringen menschen Karin Michels erforscht in ihrem Labor an der Universität Freiburg, welche Rolle das An- und Ausschalten von Genen in Zellen für die Entstehung von Krankheiten spielt. Foto: Kunz www.nationale-kohorte.de Baufinanzierung für den öffentlichen Dienst zu Top-Konditionen1) Informieren Sie sich jetzt über unsere aktuellen Konditionen! 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