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uni'lernen 2014

LERNKONZEPTELERNKONZEPTELERNKONZEPTE lesung. Dabei kalkuliert sie ein, dass bei Live-Vorführungen etwas schief geht. „Da kommt es sehr auf gute Vorbereitung an, sonst wird das peinlich“, sagt die Professorin für Algorithmen und Datenstrukturen am In- stitut für Informatik der Universität Freiburg. „Einmal ging eine halbe Stunde lang nichts mehr, weil ich einen Fehler einfach nicht gefunden habe. Das geht natürlich nicht, die Studierenden sind sehr anspruchsvoll.“ An ihrem didaktischen Konzept habe sie nicht großartig getüftelt. „Ich mache nur das Offensichtliche“, betont sie. „Die Lehre soll interessant und motiviert sein, im Ideal- fall lernen die Studierenden viel, gut und gern. Also stelle ich mich hin und schaue, was funktioniert und was nicht.“ Überspringen und wiederholen Um herauszufinden, was funktioniert und was nicht, evaluiert Bast ihre Veranstaltun- gen. Sie hat sich auf die unterschiedlichen Lerntypen unter den Studierenden einge- stellt. Irgendwann war ihr klar, dass eine Vorlesung mit starrem Konzept nicht alle erreicht. „Die einen sagen, das ist ihnen zu ausführlich, sie bringen sich vieles lieber selbst bei und holen sich nur die Basics aus der Vorlesung“, berichtet die Informatikerin, die selbst leidenschaftlich gerne autodidak- tisch lernt. Andere wiederum hätten nichts dagegen, wenn die Lehrenden den Stoff langsamer vermitteln würden. Um den verschiedenen Bedürfnissen ge- recht zu werden, bereitet Bast ihre Vorle- sungen als Videos auf. Keine zwei Stunden nach der Veranstaltung steht das Video auf der Plattform Youtube online. Dort können die Studierenden die Stellen überspringen, die sie nicht brauchen, und kritische Passa- gen bei Bedarf wiederholt anschauen. Ein großer Teil der Studierenden verfolge die Vorlesung inzwischen von zu Hause aus. Möglich ist das auch, weil die Informatikerin ein umfangreiches Paket rund um die Lehr- veranstaltung schnürt. Nicht nur die Vorle- sungen stehen im Internet, sondern auch die Folien, das Übungsblatt und der Code, den Bast in der Stunde geschrieben hat. Für Fragen und Diskussionen hat sie ein Onlineforum eingerichtet. „Hier reagieren wir sehr schnell auf die Anfragen der Stu- dierenden, deshalb nutzen sie das so gern.“ Für die offenen, transparenten Strukturen und die stete Rückkopplung mit den Studie- renden hat Bast den Freiburger Universitäts- lehrpreis 2013 erhalten. Große Kunst, sagt sie, sei ihr Konzept allerdings nicht: „Viel wichtiger, als heldenhaft Neues zu entwi- ckeln, ist es, die hundert Details, auf die es ankommt, richtig zu machen und sie auch zu pflegen. Genau genommen also ziem- lich banal.“ Claudia Füßler FOTO: ANDY GRIMM / FOTOLIA uni‘lernen2014 29

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