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uni'wissen 01-2013

zugrifferhaltung. Wissenschaftler aller Disziplinen sind also gezwungen, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen. Hierbei erhalten sie Hilfe von Schneider und seinem Team, das zurzeit die Möglichkeiten der universitären Langzeitarchi­ vierung ermittelt. Wie einfach oder komplex muss ein Emulator sein, mit dem die Forschung von heute dokumentiert wird? Welche Angebote gibt es auf dem Markt? Wie erfasst man fach­ spezifisch die einzelnen Vorgänge vollständig und authentisch? „Hier arbeiten wir eng mit den Nutzern zusammen, die Wünsche äußern können“, sagt Schneider. Prinzipiell gilt: Je spartanischer das Computer­ system eingerichtet werden kann, je weniger Programme also auf ihm laufen müssen, desto besser. Denn umso weniger ist das System für Fehler anfällig, wenn es später einmal in einem Emulator laufen muss. Diesen Spagat gilt es zu bewältigen: mit einfachen Mitteln viel zu erfas­ sen und dabei möglichst die Fehler, die in der Vergangenheit gemacht worden sind, zu vermei­ den. Denn während man vor Jahrzehnten noch darauf vertraute, dass die Technik auf ewig funk­ tioniert, wissen die digitalen Archivarinnen und Archivare heute: Die Zeit ist ihr größter Gegen- spieler. Doch den können die Freiburger Wissen­ schaftler mit den Emulatoren nun ziemlich gut überlisten. Prof. Dr. Gerhard Schneider hat an den Universitäten Erlangen und Oxford/Eng­ land Mathematik und Physik studiert. An der Universität Essen wurde er 1981 promo­ viert und 1989 in Mathematik habilitiert. Ab 1989 war er dort Leiter der Datenverar­ beitung am neu gegründeten Institut für Experimentelle Mathematik. 1992 erhielt Schneider einen Ruf auf eine Professur für Dezen­ trale Systeme an der Uni­ versität Karlsruhe. Dort war er zugleich stellvertretender Leiter des Universitäts­ rechenzentrums. 1997 wurde er Geschäftsführer der Gesellschaft für Wissen­ schaftliche Datenverarbei­ tung in Göttingen und 1999 auf eine Professur für Prak­ tische Informatik an der dortigen Universität berufen. Seit 2002 ist er Leiter des Rechenzentrums der Univer­ sität Freiburg. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte sind Langzeitarchivierung und Forschungsdatenmana­ gement. Fotos: Patrick Seeger Klaus Rechert hat an der Universität Freiburg Infor­ matik studiert. 2010 war er Gastdozent am Malta College of Art, Science & Technology. Seit Oktober 2011 koordiniert er ein Projekt des Landes Baden­Württemberg zur „Entwicklung eines funk­ tionsfähigen Systems zur funktionalen digitalen Lang­ zeitarchivierung der Landes­ daten“ (bwFLA). Rechert ist wissenschaftlicher Mitar­ beiter am Rechenzentrum der Universität Freiburg und schreibt seine Doktor­ arbeit über die Gefahren für die Privatsphäre, die mit der Nutzung mobiler Kommu­ nikation verbunden sind. Zum Weiterlesen Delve, J./Anderson, D. (2012): The Trust­ worthy Online Technical Environment Meta­ data Database – TOTEM. Hamburg. Neuroth, H./Oßwald, A./Scheffel, R. u.a. (Hrsg.) (2010): Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung. Göttingen. Online verfügbar unter: http://nestor.sub.uni­ goettingen.de/handbuch Suchodoletz, D. von (2008): Funktionale Langzeitarchivierung digitaler Objekte. Erfolgs­ bedingungen des Einsatzes von Emulations­ strategien. Freiburg (= Nestor­Edition). ‚‚Datenspeicherung und Datensicherung sind Peanuts, das Nutzbarmachen ist viel spannender“ 19

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